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Vorsicht

06.09.06 Zu den hären Zielen der Charta der Vereinten Nationen gehört zwar nicht explizit die Reisefreiheit, doch immerhin die Forderung nach Duldsamkeit und guter Nachbarschaft. Daher widerspricht es dem Geist der Charta, wenn ein Mitgliedsstaat der UN den Bewohnern eines anderen Staates, der dieser Gemeinschaft angehört, pauschal die Einreise verbietet. Angenommen, Polen z. B. würde nicht nur einzelnen, namentlich erfassten Hooligans aus Sport und Politik, sondern allen deutschen Staatsangehörigen die Ein- oder Durchreise untersagen. Ein solches Verhalten wäre einer zivilisierten Nation unwürdig und sollte in einem Akt der Solidarität mit einem Einreiseverbot für alle Polen in alle Nachbarstaaten oder zumindest mit einer UN-Resolution beantwortet werden. Denn pauschale Einreiseverbote, wie sie nicht einmal Nordkorea kennt, sind Ausdruck der Verachtung, des Hasses, die in internationalen Beziehungen geächtet gehören.

Doch genau ein solches pauschales Einreiseverbot praktizieren seit Jahrzehnten die meisten arabischen Staaten einschließlich der bei Touristen, Geschäftemachern und Prominenten zur Zeit so beliebten Vereinigten Arabischen Emirate. Sie verbieten Bürgern Israels und allen Menschen, die jemals Israel besucht haben, die Einreise. Und wir Noch-Nicht-Islamisten lassen uns das gefallen, schlimmer noch, statt mit Israel Solidarität zu üben und Libanesen, Irakern, Iranern, Jemeniten, Kuwaitern, Syriern, Saudi-Arabern ebenfalls pauschal kein Visum zu erteilen, unterstützen nicht nur deutsche Behörden diesen arabischen Antisemitismus, indem sie Bürgern, die schon einmal in Israel waren, einen „unbeschmutzten“ Zweitpass ausstellen. Wenn die Staatengemeinschaft diese arabische Anmaßung, die in der restlichen Welt undenkbar ist, ohne Einspruch akzeptiert, darf ein gewisses Verständnis für ein antisemitisches Einreiseverbot angenommen werden. Sogar Antisemiten sollten begreifen, dass jeder, der sich solchen arabischen Anmaßungen unterwirft, unsere Gesellschaft, Kultur und deren größte Errungenschaft, die Aufklärung, gefährdet. Aber offenbar sind wir wirklich so blöd, wie die Islamisten glauben.

pawek@web.de © 2006 Karl Pawek a

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