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Vorsicht
07.01.08 Auch Nebensächlichkeiten können erhellend sein. So hat das saudische Herrscherhaus dem französischen Präsidenten Sarkozy untersagt, bei seinem Staatsbesuch am 13. Januar 2008 seine Freundin Carla Bruni mitzubringen, da in Saudi-Arabien das islamische Recht gelte, das  jeden Kontakt zwischen Männern und Frauen, die nicht miteinander verheiratet oder verwandt sind, verbiete. Herr Sarkozy versprach, ohne Freundin anzureisen.
Nun war erst kürzlich der saudische König Abdullah zu einem Staatsbesuch in Europa und brachte vier seiner neun Ehefrauen mit. Keine der europäischen Regierungen hat Herrn Abdullah darauf hingewiesen, dass in zivilisierten Gesellschaften die Bigamie verboten ist und er sich daher auf die Mitnahme höchstens einer seiner neun Ehefrauen beschränken müsse.
Die muslimische Arroganz wäre lächerlich, würde sie nicht durch kurzsichtige westliche Unterwürfigkeit bestärkt. Diese mag dem Export nützen, gefährdet aber längerfristig unsere zwar nur rudimentäre, doch im Vergleich zu den islamischen Staaten beeindruckende Freiheit. Und Frau Bruni sollte ernsthaft überlegen, ob sie wirklich einen Herrn heiraten will, der sie schon vor der geplanten Hochzeit auf Wunsch eines fundamentalistischen Wüstendiktators sitzen lässt.


pawek@web.de
© 2008 Karl Pawek

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