- Home
- Magazin
- Archiv
- Galerie
- Links
Vorsicht
07.10.00 Nachdem die meisten deutschen Journalisten schon im NATO-Krieg gegen Jugoslawien ihre Hirn- und Ahnungslosigkeit als verlautbarende Kriegsberichterstatter unter Beweis gestellt haben, dokumentieren sie nun anläßlich des Putsches gegen den jugoslawischen Präsidenten Milosevic, dass sie auch nicht gewillt sind dazuzulernen. Ein Boris Kalnoky berichtet für das Hamburger Abendblatt aus Belgrad:
„Mehr als eine halbe Million Bürger schwärmen durch die Straßen. Sie tanzen, singen, jubeln, umarmen sich, trommeln und pfeiffen, schreien ihre Freude über den Sturz des Diktators Milosevic in die Nacht. Jugendliche mit silber gefärbtem Haar üben coole Techno-Posen, greise Veteranen in Tschetnik-Uniformen recken Schnapsflaschen gen Himmel. Und immer wieder der Siegesruf: „Srbjia! Srbjia!“ (Serbien).
Das Volk hat seine Würde wieder gefunden.“ 
Faschistoides Pack (auf eine Übersetzung der Bezeichnung Tschetnik  verzichtet der Autor allerdings) randaliert und ein deutscher Journalist erkennt darin die Wiedererlangung der Würde eines Volkes. Stünde es nicht in einer deutschen Zeitung, könnte man wenigstens an einen Versuch ironischer Distanzierung glauben. 

pawek@web.de   © 2000 Karl Pawek a


- Home
- Magazin
- Archiv
- Galerie
- Links