- Home
- Magazin
- Archiv
- Galerie
- Links
Vorsicht
09.10.00 Nach einem Bericht der Computer-Bild hat T-Online eine kinderpornographische Seite bewusst nicht aus den Netz entfernt, „um zu beobachten, welche Personen darauf zugreifen“. Und AOL erklärte sich gegenüber dem Bundeskriminalamt bereit, die Daten von rund 10 000 pornographieverdächtigen Kunden zu übermitteln.
Meinetwegen soll, wer Kinderpornographie im Internet verbreitet, strafrechtlich belangt werden, obwohl schlimmere Verbrechen an Kindern ungestraft bleiben. Aber noch ist das Anschauen von Pornographie in diesem Land straffrei, und mancher Besucher der über 500 000 Mal angeklickten Seite „Junger Prinz“ wird z. B. auf der Suche nach Märchen- oder Fantasiegeschichten gar nicht geahnt haben, was ihn erwartete. 
Nun war es schon bisher kein Geheimnis, dass die Netzbetreiber das Surfverhalten ihrer Kunden ausspähen, um mit den dabei gewonnenen Daten zu handeln. Dass sie aber ihre Kunden auch denunzieren und sie sogar durch die Bereitstellung verbotener Inhalte in die Falle locken, ist nicht mehr mit Verwertungsinteressen zu erklären, sondern ein gesellschaftlicher Skandal. In besseren Zeiten wird niemand mehr verstehen, wie T-Online- und AOL-Kunden sich dieses Verhalten gefallen lassen konnten.
pawek@web.de   © 2000 Karl Pawek a

- Home
- Magazin
- Archiv
- Galerie
- Links