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Vorsicht

19.09.05 Entwicklungshilfeministerin Wieczorek-Zeul wirft den USA vor, aus sachfremden Gründen ihr Versprechen höherer Entwicklungshilfeleistungen nicht einzuhalten. Dass es zwingende Gründe geben könnte, das Entwicklungshilfekonzept zu überdenken, dass also die USA nicht nur eine Störpolitik gegen die Vereinten Nationen betreiben, kommt der Frau Ministerin nicht in den Sinn. Sie will vor allem, wie so viele ihrer Kolleginnen und Kollegen in den deutschen Partein, Geld fließen sehen.

Dabei stellte die Afrikanische Entwicklungsbank zusammen mit der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) soeben fest, was Entwicklungspolitiker längst wissen können: Jene Staaten, die am meisten Entwicklungshilfe erhalten, schneiden im Vergleich ihrer Fortschritte am schlechtesten ab. Im Kampf gegen Hunger, Armut, Krankheiten und Diskriminierung machen mit Mauritius, Botswana, Kapverden und Namibia gerade jene Staaten die größten Fortschritte, die gemessen an ihrem Bruttoinlandsprodukt die geringste Hilfe bekommen (6,8 %), wogegen die 26 Staaten mit den geringsten Fortschritten im Mittel fast 17,7 % ihres BIP als Hilfe erhielten. Diese Zahlen lassen den Schluss zu, dass weniger finanzielle Entwicklungshilfe, sondern ein Ensemble von Reformen, Demokratie und guter Regierungsführung die treibende Kraft für eine positive Entwicklung ist. Gerade diese Erkenntnis liegt der amerikanischen Entwicklungspolitik zu Grunde, die ahnungslose Antiamerikaner als Obstruktionspolitik diffamieren. Nicht nur Frau Wieczorek-Zeul treibt ein mieses, gefährliches Spiel.

pawek@web.de © 2005 Karl Pawek a

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