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Vorsicht

26.11.07 Ich soll ein Verbrecher sein. Denn ich gehöre zu denen, die sich aus vielen ausführlich dargelegten Gründen der Klimawandelhysterie verweigern. Wer aber die menschlichen Ursachen eines Klimawandels leugnet und nicht sofortige Umkehr fordert, verhält sich nach Behauptung des Leiters der UN-Klimarahmenkonvention Yvo de Boer kriminell. Der niederländische Beamte, 52, verheiratet, drei Kinder, nennt mich nicht einen Dummkopf, Ahnungslosen, Ignoranten, worüber man wissenschaftlich streiten könnte, sondern einen Verbrecher. Nun gibt es noch kein Klimawandelschutzgesetz, gegen das ich verstoßen haben könnte. Juristisch gelte ich daher immer noch als unschuldig. Nach Meinung Herrn de Boers muss ich also gegen ein ungeschriebenes Gesetz, z. B. das „gesunde Volksempfinden“ oder gegen Glaubensüberzeugungen verstoßen haben. In weltlichen wie religiösen Diktaturen gilt als Verbrecher, wer es wagt, die Allmächtigen zu kritisieren. Halten sich Klimaschützer bereits für ähnlich sakrosankt?

Allerdings wirkt Herr de Boer in Interviews nicht sonderlich intelligent. Auf die Frage, ob der Klimawandel denn überhaupt noch zu stoppen sei, antwortete er im Deutschlandfunk wenig wissenschaftlich: „Nein, den Klimawandel haben wir schon, die Konsequenzen werden wir auch empfinden, empfinden wir eigentlich schon, zum Beispiel, ich glaube, dass der sehr warme Frühling in Norddeutschland eigentlich sehr ungewöhnlich war und auch in anderen Teilen der Welt, zum Beispiel in Indien aber auch in Afrika, sehen wir jetzt schon die Konsequenzen von Klimaänderungen, und das wird weitergehen.“

Im Österreichischen Rundfunk kommentierte er die Einladung des amerikanischen Präsidenten George Bush zu einer Klimakonferenz in Washington mit der wenig politischen Bemerkung: „Präsident Bush hat den Stier bei den Hörnern gepackt, mal schauen, wo sich Bush und der Stier hinbewegen.“

Und der Neuen Zürcher Zeitung vertraute er wenig analytisch an: „Das Glas ist eher halb voll, als halb leer.“

Wer nun aber meint, Herrn de Boers Denunziation der Klimahysteriekritiker entspringe bloß intellektuellem Unvermögen, irrt. Er sprach aus, was er und viele Klimaschützer zutiefst empfinden. Wie militante Antiraucher Rauchern guten Gewissens den Tod wünschen, militante Gläubige Ungläubige guten Gewissens töten lassen, militante Abtreibungsgegner abtreibungswillige Ärzte guten Gewissens ermorden, erklären militante Klimaschützer ihre Kritiker guten Gewissens zu Verbrechern und damit für vogelfrei. Was Herr de Boer mit seiner Denunziation offenbarte, ist der Fundamentalismus in der Umweltpolitik. Meine Zweifel wachsen, ob der Herrschaft der diversen Mullahs noch mit Vernunft beizukommen sein wird.

pawek@web.de © 2007 Karl Pawek a

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