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Vorsicht
28.06.01 Ein revolutionäre Entscheidung fällte am 26.6. der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim. Nach seinem Richterspruch dürfen Lehrerinnen und Lehrer in öffentlichen Schulen kein Kreuz um den Hals oder am Handgelenk tragen, Priester und Nonnen kein Ordensgewand, keine Amtskleidung, da dies, wie die Richter in ihrer Urteilsbegründung feststellten, „erkennbar religiös motiviert“ sei und die „friedliche Koexistenz“ unterschiedlicher weltanschaulicher Überzeugungen in der Schule beeinträchtigen könnte. Auch wenn davon auszugehen sei, dass mit religiösen Symbolen ausgestattete Lehrkräfte ihre Schüler nicht missionieren wollen, sei die Signalwirkung solcher Symbole nicht zu vernachlässigen. Wenn ein Lehrer, eine Lehrerin ihren Schülern ständig deutlich mache, dass sie oder er bestimmten religiösen Überzeugungen folge, liege es nahe, dass die Schüler die religiösen Vorstellungen ihrer Lehrerinnen und Lehrer „auf Grund der Neigung zur Nachahmung von Vorbildern sich möglicherweise unüberlegt zu eigen machen würden“. 
Auch wenn sie ein gegenteiliges Urteil anstrebte ( eine Revision beim Bundesverwaltungsgericht ist noch möglich), hat sich jene muslimische Lehrerin, die sich auch im Unterricht nicht von ihrem Kopftuch trennen will, um die Säkularisierung des deutschen Schulwesens verdient gemacht. 
Oder habe ich wieder etwas falsch verstanden?
pawek@web.de © 2001 Karl Pawek a

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