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Vorsicht
29.01.03 Es ist zu schön, um wahr zu sein. Regierung, Parteien, Katholiken und Evangelen, Gewerkschafter, Unternehmer, Künstler, Nobelpreisträger, Journalisten, Lehrer und Schüler haben sich hinter der „Speerspitze“, den Grünen, zur größten „Friedensbewegung“ vereinigt, die Deutschland jemals hatte. Welch Unterschied zu früher, als wir nur sehr wenige waren, die, von Politik und Medien verspottet, von der Polizei verprügelt, für Frieden, gegen Atombewaffnung, Aufrüstung demonstrierten. Was hat sich seither verändert?
Nichts, nur der Schein trügt. Was sich heute „Friedensbewegung“ nennt, ist in Wahrheit eine Appeasementbewegung, die weniger Frieden als Friedhofsruhe ersehnt, in Ruhe gelassen werden will in der blödsinnigen Hoffnung, kranke, verkommene Volkstribunen und Massenmörder würden eine Beschwichtigungspolitik durch Zurückhaltung lohnen. Gelegentliche Zweifel daran werden durch die Möglichkeit kompensiert, den altdeutschen Antiamerikanismus ausleben zu dürfen.
Diese „Friedensbewegung“ ist eine gewaltige und trotzdem erbärmliche Vereinigung von Spießbürgern, die bewusst oder unbewusst versuchen, die letzten Folgen des jüngsten deutschen Größenwahns zu überwinden. Nachdem die Siegermacht Sowjetunion von der politischen Bühne verschwunden ist, soll nun die Siegermacht USA nicht länger Verbündeter genannt werden müssen. Deutschland emanzipiert sich durch die klammheimliche Verbrüderung mit dem antisemitischen arabische Pack wieder zu dem Volk, das es ein halbes Jahrhundert nicht sein durfte. Vielleicht ist es Ihnen, erzürnter Leser, auch schon aufgefallen: Die deutsche Rechte übt sich in ungewohnter Zurückhaltung, seitdem das deutsche Volk als Ganzes ihre Politik betreibt.
Die einzige noch interessante Frage in diesem Zusammenhang werden wir freilich erst in ein paar Jahrzehnten beantworten können: Wussten Schröder und seine Minister, Ministerinnen eigentlich, was sie mit der Aufkündigung transatlantischer Solidarität auslösen? Machen hierzulande Trottel oder unterschätzte Nationalhelden die Geschichte?


 pawek@web.de © 2003 Karl Pawek a

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